Wie wirkt Lachgas?

WIE WIRKT DIE SUBSTANZ LACHGAS EIGENTLICH BEI EINER LACHASSEDIERUNG?

Wirkung auf das zentrale Nervensystem (ZNS)

Lachgas entfaltet seine therapeutische Wirkung im ZNS. In der Zahnmedizin ├╝bliche Konzentrationen von 30 bis 50 Prozent rufen einen Bewusstseinszustand hervor, der gekennzeichnet ist von Entspannung, Somnolenz und psychischer Entkopplung, die mit einer hypnotischen Trance verglichen werden kann.

KARDIOVASKULÄRE WIRKUNG

Die Wirkung von Lachgas auf das Herz-Kreislauf-System ist vernachl├Ąssigbar. Studien haben gezeigt, dass es zu einer geringen Abnahme der Herzfrequenz und des Schlagvolumens kommt und zu einer leichten Erh├Âhung des peripheren Widerstands. Die Beobachtung ist ├Ąhnlich wie bei der Inhalation von 100-prozentigem Sauerstoff und beruht wahrscheinlich auf der hohen Konzentration von Sauerstoff, die gleichzeitig mit dem Lachgas verabreicht wird.

WIRKUNG AUF DIE ATMUNG

Die Beeintr├Ąchtigung der Atmung durch Lachgas ist gering und im klinischen Alltag bei gesunden Patienten nicht von Bedeutung. Lachgas verursacht allerdings eine deutliche D├Ąmpfung der peripheren Chemorezeptoren und bedingt dadurch eine problematische Unterbindung der Gegenregulation der Atmung im Falle einer Hypoxie.

Dieser Mechanismus und der zuvor beschriebene Konzentrationseffekt haben in der Fr├╝hphase der Lachgasanwendung zu einer hohen Morbidit├Ąt und Mortalit├Ąt gef├╝hrt, da zum Teil hohe Konzentrationen von ├╝ber 80 Prozent angewendet wurden.

Die kommerziell erh├Ąltlichen Ger├Ąte sind so konstruiert, dass der Zahnarzt nur bis zu 70 Prozent Lachgas applizieren kann. 

METABOLISIERUNG (VERSTOFFWECHLUNG)

Lachgas ist weitgehend inert mit einer minimalen Metabolisierung. Es wird unver├Ąndert ├╝ber Lunge und Haut wieder ausgeschieden.

Erst bei der in der Zahnmedizin irrelevanten Langzeitanwendung von kontinuierlich mehr als 24 Stunden zeigt Lachgas eine chemische Reaktion mit Vitamin B12 und verursachte eine megaloblastische An├Ąmie bei kardiochirurgischen Patienten.

Der chronische Lachgasmissbrauch ├╝ber Monate und Jahre f├╝hrt zu Symptomen, die einer Multiplen Sklerose ├Ąhneln k├Ânnen und sind differenzialdiagnostisch von Bedeutung. Die zunehmende Ausbreitung der Lachgasanwendung in der Zahnmedizin hat dazu gef├╝hrt, dass weltweit mehrere 100.000 Mitarbeiter mit dieser Technik befasst sind. Die Ger├Ątehersteller haben entsprechend reagiert und Systeme zur sicheren Entfernung von abgeatmetem Lachgas entwickelt.

Der Einsatz dieser modernen Ger├Ąte, eine ausreichende Raumbel├╝ftung und das Minimieren von Sprechen w├Ąhrend der Behandlung sind notwendige Schritte, um die Lachgasexposition f├╝r das medizinische Personal auf ein vertretbares Ma├č zu reduzieren.

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PSYCHOMOTORISCHE WIRKUNG UND AUFWACHVERHALTEN

Bei zahn├Ąrztlichen Patienten bewirken bereits geringe Lachgas-Konzentrationen von 10 bis 20 Prozent eine signifikante Ver├Ąnderung der Psychomotorik.

Dies hat klinische Relevanz, da es zeigt, dass therapeutische Konzentrationen von Lachgas die psychomotorische Leistungsf├Ąhigkeit reduzieren kann und folglich sichergestellt werden muss, dass die normale Psychomotorik zur├╝ckkehrt, bevor die Patienten entlassen werden k├Ânnen.

Bei Lachgaskonzentrationen von bis zu max. 70 % wird die normale Psychomotorik innerhalb von 15-30 Minuten vollst├Ąndig wiedererlangt. Dies ist ein der vielen Vorteile dieser Sedierungsform f├╝r den Patienten.

Weitere, sehr interessante und umfangreiche Fachinformationen zu der Wirkmechanismen einer Lachgassedierung erhalten Sie unter www.sedierung.com.

Patienten k├Ânnen sich sehr ausf├╝hrlich unter www.zahnarztfinder.com ├╝ber die Lachgassedierung informieren und zus├Ątzlich nach einem Zahnarzt suchen, der in der direkten Umgebung die Lachgassedierung anwendet.