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    Lachgas-FAQ - häufig gestellte Fragen

    Um Ihnen den Einstieg in die Lachgas-Sedierung etwas zu erleichtern, haben wir Ihnen häufig gestellte Fragen zusammengestellt, um Ihnen Antworten auf die wichtigsten Themen, rund um die Lachgas-Sedierung, zu bieten.

     

    Wie wirkt die Lachgas-Behandlung auf den Patienten?

    Lachgas wirkt primär angstlösend und ist im geringen Maße auch analgetisch wirksam, wobei eine zusätzliche Lokalanästhesie in der Regel obligat ist.

    Patienten beschreiben eine angenehme und entspannende Wirkung sowie eine gewisse Distanz zum Geschehen im Behandlungszimmer. Die Injektion des Lokalanästhetikums wird aufgrund der analgetischen Wirkung als weniger unangenehm empfunden, oft bemerkt der Patient den Einstich kaum. Ein eventuell bestehender Würgereflex wird zumeist komplett unterdrückt. Der Arzt und das behandelnde Team können so entspannter und effektiver arbeiten.

     

    Welche technische Ausstattung wird benötigt, um die Lachgassedierung anzuwenden?

    Als Grundausstattung benötigen Sie ein Flowmeter (Mischer), ein Patientenschlauchsystem für die Zu- und Abführung des Gasgemisches, Nasenmasken und medizinische Gase (Sauerstoff und Lachgas), die über Druckschläuche aus Gasflaschen oder aus einer zentralen Gasleitung dem Flowmeter zugeführt werden.

    Zur optimalen Patientenüberwachung sollte ein Pulsoximeter zur Verfügung stehen, mit dem Sie den Puls sowie die Sauerstoffsättigung, schnell und unkompliziert, im Blick behalten. Empfehlenswert ist in jeder Praxis ein Notfallequipment.

     

    Wie sicher ist die Lachgas-Sedierung?

    Die Lachgassedierung ist ein äußerst sicheres Verfahren, welches weltweit millionenfach verwendet wird. Sie gehört unter anderem in den USA und in Skandinavien zum Praxisstandard.

    Die hochwertigen Geräte der Firma Acccutron Inc. verfügen über eine Lachgassperre: dem Patienten können maximal 70% Lachgas zugeführt werden.

    Die Lachgaszufuhr erfolgt prozentual und kann damit optimal auf die Bedürfnisse des Patienten eingestellt werden. Eine Überdosierung ist somit praktisch unmöglich. Dennoch gibt es Kontraindikationen, wie beispielsweise den Pneumothorax, die eine Anwendung von Lachgas ausschließen.

    Die Teilnahme an einer qualifizierten Fortbildung ist deswegen absolut empfehlenswert.

     

    Wie kann die Lachgas-Behandlung abgerechnet werden?

    Eine Abrechnung nach individueller Vereinbarung einer Leistung, auf Verlangen, ist seit Februar 2013 nicht mehr möglich. Die Analgosedierung mit Lachgas ist seit dem 7. Februar 2013 in den Katalog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnender Leistungen aufgenommen.

    Eine nach Art, Kosten- und Zeitaufwand entsprechende Position bietet z.B. die Ziffer 6200a der Hilfmittelanlegung bei Funktionsstörungen. Mit dieser Ziffer sind bei maximalem Faktor über 150€ abzurechnen. 

     

    Wie schnell tritt die Wirkung des Lachgases ein und wie lange hält diese an?

    Die inhalative Lachgassedierung ist die schnellste zur Verfügung stehende Methode zur dentalen Sedierung - die Ein- und Ausleitungszeiten betragen jeweils nur wenige Minuten.

    Die Patienten sind in der Regel nach 15 bis 30 Minuten wieder in der Lage die Praxis ohne Begleitung zu verlassen und am Alltag, wie gewohnt, teilzunehmen.

     

    Wie lange darf eine Behandlung unter Lachgas maximal dauern?

    Durch die Lachgassedierung können Sie auch zeitintensivere Behandlungen komfortabel und für den Patienten wohl tuend durchführen.

    Eine zeitliche Befristung bzw. Auflagen aus sicherheitstechnischen oder gesundheitstechnischen Gründen bestehen hierfür nicht, jedoch empfiehlt es sich, nach einer Behandlungsdauer von vier Stunden, nicht nur für den Patienten, sondern auch für den behandelnden Arzt und seine Mitarbeiter, eine Pause einzulegen.


    Benötige ich einen Anästhesisten zur Durchführung der Lachgassedierung?

    Da die Patienten immer bei Bewusstsein und ansprechbar sind, benötigen Sie keinen Anästhesisten.

    Zahnärzte, die an einer qualifizierten Fortbildung teilgenommen haben, verfügen über die benötigten Kompetenzen, um die Lachgassedierung in ihrer Praxis anzubieten.

     

    Inwiefern unterscheidet sich die Lachgas- von der oralen Sedierung?

    Bei der oralen Sedierung erreicht der Patient eine tiefere Sedierung, sodass er im Anschluss die Praxis nicht ohne Begleitung verlassen darf. Orale Sedativa werden im Gegensatz zum Lachgas nicht inhaliert, sondern oral eingenommen. Die Wirkung tritt hierbei erst nach ca. einer Stunde ein und nicht wie bei der Lachgassedierung, nach wenigen Minuten.

     

    Kann ich sofort nach der Fortbildung mit der Lachgassedierung beginnen?

    Ja, durch eine qualifizierte Fortbildung mit Anästhesisten und Notfallmedizinern und dem damit erworbenen Zertifikat, besitzen Sie die Fähigkeit, die Lachgassedierungen in Ihrer Praxis durchzuführen.

     

    Wie wird das Druckgas-System entlüftet?

    Die Entlüftung des Systemes ist wichtig, um den Druck von den Druckminderern und von den Druckschläuchen zu nehmen. Die Ventile der Gasflaschen werden hierfür zugedreht und der Flow der beiden Gase, am Flowmeter, voll aufgedreht. Dadurch wird das Gerät komplett entlüftet und Sie können die Druckminderer bei Bedarf z.B. beim Flaschenwechsel leichtgängig entfernen.

    Nach Abschluss der Entlüftung muss der Flow der beiden Gase wieder am Flowmeter zugedreht werden.

     


    An den Druckminderern bildet sich Kondenswasser, ist das normal?

    Das ist normal, da die Flaschen unter Druck abkühlen und sich in warmen Räumen die Luftfeuchtigkeit als Kondenswasser absetzt.

    Im Sommer, an heißen Tagen, und im Winter, wenn viel geheizt wird, tritt es verstärkt auf.

     


    Ist Lachgas schwerer als Luft?

    Lachgas ist ungefähr um das 1,5fache schwerer als Luft und sammelt sich am Boden an. Aus diesem Grund sollte während und nach einer Lachgassedierung für eine gute Be- und Entlüftung gesorgt werden, sodass das Lachgas an die Außenluft abgegeben werden kann.

    Die Arbeitsplatzkonzentration kann durch die in unserem CE-zertifizierten Patientenschlauchsystem integrierte Absaugung sowie durch regelmäßiges Durchlüften sehr gering gehalten werden.

     


    Wie kann man den Inhalt der Flaschen bestimmen?

    Der aktuelle Arzneimittelinhalt einer Sauerstoffflasche lässt sich durch das Nennvolumen und den aktuellen Druck berechnen: Bei einem Druck von 200 bar und 10 Liter Nennvolumen entspricht das enthaltene Volumen 2.000 Litern (200 bar x 10 Liter). Bei einem Sauerstoffinhalt von 500 Litern (50 bar) empfiehlt es sich eine neue Sauerstoffflasche zu bestellen, sodass der Praxisbetrieb ohne Verzögerung weiterlaufen kann.

    Der aktuelle Arzneimittelinhalt einer Lachgasflasche lässt sich ausschließlich über das Gewicht bestimmen. Da das ständige Wiegen der Lachgasflasche im normalen Praxisalltag nicht umsetzbar ist, gilt folgendes als Faustregel: Fällt der Druck des Druckgasbehälters unter 50 bar, ist noch eine Behandlungsdauer von 30-45 Minuten mit Lachgas möglich.

    Aufgrund der oben aufgeführten Punkte empfiehlt es sich vorsichtshalber, immer eine Flasche Lachgas und eine Flasche Sauerstoff auf Vorrat bereit stehen zu haben. So können Sie den ungehinderten Fluss der Praxisabläufe sichern.

     

    Wie müssen die mehrfach verwendbaren Nasenmasken gereinigt werden?

    Die mehrfach verwendbaren Nasenmasken können bei 121°C und 10 Minuten autoklaviert werden.

    Ebenfalls zulässig ist eine Thermodesinfektion bei 93°C für 10 Minuten.

    Wir empfehlen Ihnen die mehrfach verwendbaren Nasenmasken nach jeder Behandlung zu autoklavieren bzw. im Thermodesinfektor zu reinigen. Die Nasenmaske sollte getauscht werden, wenn das Material porös wird.

     
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